FORUM PALÄSTINA

Liebe Palästina- und Nahost-Interessierte,

 

wir möchten zu unserem kommenden FORUM-Abend einladen.

 

Montag, 22.08.2017 – 19.00 UhrClemens_Messerschmid (EQ13)
Clemens Messerschmid (Ramallah):
Landwirtschaft und Wasser in Israel und Palästina

Ort: Freizeitheim Lister Turm

 

Palästina-Initiative Region Hannover

 

Den Flyer mit allen Veranstaltungen von Januar bis Juni können Sie hier herunterladen.

 

 

FORUM-Veranstaltungen 1. Halbjahr 2017

 

Dienstag, 10.01.2017 – 19.00 Uhrabirkopty
Ort: Freizeitheim Vahrenwald
Referentin: Abir Kopty (Berlin):
Kreativer ziviler Widerstand israelischer und
palästinensischer Gruppen gegen die Besatzung

Frau Abir Kopty ist israelische Staatsbürgerin palästinensischer Herkunft und war Stadtverordnete in Nazareth. Sie studierte in London politische Kommunikation und promoviert zurzeit in Berlin.
Abir Kopty wird über die vielfältige Realität des in der Öffentlichkeit wenig beachteten praktizierten Widerstands gegen die israelische Besatzung berichten. Ziviler Widerstand bedeutet – nach den Worten von Frau Kopty – Widerstand zu leisten, indem man bleibt und nicht weicht (to resist by existence), das heißt z.B., auch unter der Besatzung das Land weiter zu bearbeiten, Häuser nach der Zerstörung wieder aufzubauen, aber auch Widerstand gegen den Mauerbau auzuüben.

 

 

Dienstag, 21.02.2017 – 19.00 Uhr
Ort: Kulturzentrum Pavillon
Referent: Raif Hussein (Hannover)
Die politische Partizipation der palästinensischen Minderheit in Israel
Wenn über das politische Geschehen in Israel berichtet wird, ist die palästinensische Minderheit, die immerhin fast 20% der Bevölkerung ausmacht, kaum im Blickfeld. Dabei ist ihre Vertretung in der Knesset mit 13 von 120 Sitzen ein gewichtiger Teil der Opposition und ein spannendes Experiment: Gezwungen durch die erhöhte Sperrminorität, die die kleinen (vor allem palästinensischen) Parteien aus der Knesset ausschließen sollte, rauften sich 2015 die unterschiedlichen Strömungen von Moslembrüdern über säkulare Nationalisten und Liberale bis hin zu Kommunisten zu einer Vereinten Liste zusammen. Wie ist es ihnen gelungen, eine gemeinsame Plattform zu finden und wie sieht diese aus? Funktioniert die Zusammenarbeit und kann die Liste die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen? Ist sie gar eine erfolgreiche Übung in Pluralismus und kann damit auf den jüdischen Teil der Gesellschaft ausstrahlen?
Raif Hussein, Politikwissenschaftler und Soziologe, ist Präsident der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft (DPG e.V.) und im Sprecherrat der Palästina-Initiative Region Hannover

 

 

Dienstag, 14.03.2017 – 19.00 Uhr
Ort: Freizeitheim Vahrenwald
Referent: Helmut Neddermeyer (Hannover)

Staat Palästina und das Völkerrecht
Bekanntlich wurde der ‚Staat Palästina‘ 2012 von der UN-Generalversammlung mit 138 gegen 9 Stimmen anerkannt und erhielt – wie der Vatikan – Beobachter-Status. Unabhängig davon wird die völkerrechtliche Verbindlichkeit einer Anerkennung Palästinas als Staat international kontrovers diskutiert: Welche Chancen und welche Einschränkungen beinhaltet dieser Status? Können die palästinensischen Gebiete (Westjordanland,Gaza, Ost-Jerusalem) als staatliche Einheit gelten? Gibt es verbindliche Grenzen? Übt die Palästinensische Regierung angesichts der israelischen Besatzung (83% des Westjordanlands sind unter voller oder teilweiser Kontrolle Israels) ein ausreichendes Maß an Staatsgewalt aus? Wird State of Palestine tatsächlich international anerkannt? Diese und andere Fragen sollen in dem Referat erörtert werden.

Den Text des Vortrags können Sie hier herunterladen.

Auf der Webseite von arte.tv gibt es – passend zum Vortrag – eine Weltkarte der Länder, die Palästina anerkannt haben.

 

 

Donnerstag, 27.04.2017 – 19.00 Uhr
Ort: Freizeitheim Linden
Referentin: Katja Hermann (Berlin)
Wahrnehmung und Erfahrung der Besatzung in Israel und in den palästinensischen Gebieten
Wenn von der Gewalt im palästinensisch-israelischen Konflikt die Rede ist, dann fehlen in der Darstellung oft Hinweise auf die Hintergründe. Die tagtägliche Gewalt, der die palästinensische Bevölkerung ausgesetzt ist, bleibt meist unbeachtet, ebenso die jahrzehntelange Besatzung mit ihren Strukturen und Auswirkungen wie z.B. Entrechtung und Enteignung, gewalttätige Übergriffe, Inhaftierungen ohne Gerichtsverfahren sowie weitreichende Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Die Besatzungssituation bleibt das zentrale Anliegen in der palästinensischen Gesellschaft. In der israelischen Öffentlichkeit hingegen kommt die Besatzung kaum in den Analysen vor, die der Öffentlichkeit präsentiert werden. Auch die schleichende Verdrängung der PalästinenserInnen aus Ost-Jerusalem ist kein Thema, obwohl sie der unmittelbare Beweggrund für die Eskalation (wie die Messerangriffe) ist. Die Attacken wirken so auf die israelischen BürgerInnen fast zwangsläufig als Ausbruch irrationalen Hasses der PalästinenserInnen, die lediglich mit sicherheitstechnischen Gegenmaßnahmen beantwortet werden können. Katja Hermann wird darauf eingehen, welche Auswirkungen dieser Zustand auf die beiden Gesellschaften hat. Sie ist Islamwissenschaftlerin und Mediatorin, leitete ab 2012 das Palästina-Büro der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Ramallah und ist jetzt Leiterin des Referats Asien der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin.

 

 

Donnerstag, 11.05.2017 – 19.30 Uhr
Ort: Stadtbibliothek Hannover, Hildesheimer Straße
Eintritt: 5€ / ermäßigt 3€
Referentin: Susan Abulhawa (USA)
Während die Welt schlief – Lesung und Diskussion
Susan Abulhawa, die internationale Bestsellerautorin, liest aus ihren vielfach übersetzten Weltbestsellern in Englisch und Arabisch. Nach zahlreichen Publikationen kam ihr großer Durchbruch mit dem in mehrere Sprachen übersetzten weltweiten Bestseller „Während die Welt schlief“. Ihr letztes großes Werk ist der 2015 erschienene Roman „Als die Sonne im Meer verschwand“. Er setzt die Thematik von Heimatlosigkeit, von Krieg, Frieden und Hoffnung fort. Susan Abulhawa wird begleitet von der Schauspielerin und Rezensentin Soraya Sala, die deutsche Passagen vorträgt. Anschließend gibt es eine Diskussion mit ihr zu ihrem Werk und ihren Erfahrungen und Projekten für Kinder und Jugendliche in Palästina.

Susan Abulhawa wurde in Kuwait als Kind eines palästinensischen Paares aus Ost-Jerusalem geboren, das sich bald nach ihrer Geburt trennte. Sie selbst wurde zunächst zu ihrem Onkel in die USA geschickt, bei dem sie bis zu ihrem fünften Lebensjahr lebte. Anschließend kam sie zu verschiedenen Verwandten nach Kuwait und Jordanien. Im Alter von zehn Jahren nahm man sie nach Jerusalem mit, wo sie in einem Waisenhaus unterkam. Im Alter von 13 Jahren kam sie als Pflegekind in die USA, wo sie mit Masterabschluss Neurologie studierte und später zu schreiben begann. Nach einer Palästinareise im Jahre 2000 wurde sie zur politischen Aktivistin.

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Stadtbibliothek Hannover

 

 

Dienstag, 20.06.2017 – 19.00 Uhr
Ort: Freizeitheim Vahrenwald
Referent: René Wildangel, Amnesty International (Berlin)
Die Menschenrechtspolitik der EU und Deutschlands in
Bezug auf die israelische Besatzung: Anspruch und Realität

In seinem Vortrag wird René Wildangel die Genese deutscher und europäischer Positionen mit Blick auf die Menschenrechtslage seit nunmehr 50 Jahren dauernder Besatzung der palästinensischen Gebiete analysieren. Während die EU regelmäßig den israelischen Siedlungsbau kritisiert und zunehmend deutlich macht, dass sie zwischen israelischem Staatsgebiet und den Siedlungen jenseits der grünen Linie differenziert, gehen die Siedlungspolitik vor Ort und die damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen ungebrochen weiter. Siedlergewalt und Menschenrechtsverletzungen der israelischen Armee, die internationale Organisationen wie Amnesty International oder Human Rights Watch sowie israelische und palästinensische Organisationen immer wieder dokumentieren, bleiben oft straffrei. Nach 50 Jahren werden internationale Maßnahmen benötigt, die über die bloße Verurteilung der Siedlungspolitik hinausgehen. Was wären möglich Instrumente, um menschen- und völkerrechtliche Forderungen umzusetzen?

Wildangel studierte Geschichte, Germanistik, Politikwissenschaften und lernte im Nahen Osten Hebräisch und Arabisch. Er promovierte über die arabisch-palästinensische Wahrnehmung des Nationalsozialismus. Er arbeitete mehrere Jahre in der Berliner Gedenkstätte „Haus der Wannseekonferenz“ und war im Auswärtigen Amt als Länderreferent für den Irak und im Bundestag als Fraktionsreferent für Bündnis 90/Die Grünen angestellt. Von 2012 bis 2015 leitete er das Regionalbüro Palästina und Jordanien der Heinrich-Böll-Stiftung in Ramallah. Seit Mai 2016 ist er Nah- und Mittelostreferent bei der Deutschen Sektion von Amnesty International. Von ihm erschienen zahlreiche Veröffentlichungen in überregionalen Tageszeitungen und im Rundfunk und Fernsehen.

 

 

Alle FORUM-Veranstaltungen 2016

Dienstag, 05.01.2016 – 19.00 Uhr
Karin Leukefeld (Bonn):
Stabilitätsanker Saudi-Arabien? – Innenpolitik und Rolle in der arabischen und islamischen Welt
Ort: Freizeitheim Vahrenwald, Vahrenwalder Str. 92
Saudi-Arabien ist einer der wichtigsten politischen Akteure im Nahen Osten. Neben Israel der engste Verbündete des Westens, verfolgt das Königreich dennoch auch eine eigene Agenda. Mit seiner rückständigen und extrem strengen Auslegung des Islam, dem Wahabismus, erhält es eine innere Verfasstheit aufrecht, die sich im Widerspruch zu westlichen gesellschaftspolitischen Vorstellungen befindet. Demokratische Bewegungen in der arabischen Welt werden bekämpft. Worin besteht die Grundlage der Zusammenarbeit mit dem Westen und welche Entwicklung wird das Land nehmen? Die Referentin, Karin Leukefeld, ist freie Journalistin und berichtet seit Jahren aus dem Nahen Osten.

Montag, 18.01.2016 – 19.00 Uhr
Prof. Peter Antes (Hannover): Muslime, Juden und Christen im historischen Palästina
Ort: Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4
Prof. Antes hat als Religionswissenschaftler in seiner Lehrtätigkeit an der Universität Hannover wie in zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen  die Gemeinsamkeiten   und Unterschiede der drei ‚Buchreligionen‘ erforscht und sich stets für einen ‚interreligiösen  Dialog‘ eingesetzt. Auf dem Hintergrund der aktuellen von Angst und Vorurteilen besetzten politischen und religiösen Debatte kann der Beitrag von Prof. Antes ein ‚klärendes Wort‘ sein.

Das Faltblatt mit allen FORUM-Veranstaltungen ab April 2016 zum Herunterladen.

Dienstag, 19.04.2016 – 19.00 Uhr
Prof. Wilhelm Kempf (Konstanz):
Israelkritik zwischen Antisemitismus und Menschenrechtsidee. Eine Spurensuche
Ort: Freizeitheim Lister Turm, Walderseestr. 100
Prof. Kempf von der Uni Konstanz hat eine empirische sozialwissenschaftliche Untersuchung zu Einstellungen und Denkweisen bezüglich Israel und Antisemitismus sowie Palästina durchgeführt und wird daraus referieren.

Prof. Wilhelm Kempf hat zu dieser Studie nun eine zusammenfassende Pressemitteilung veröffentlicht.
Zudem hat Prof. Kempf ProMosaik ein Interview über die verschiedenen Formen der Israelkritik gegeben.

Zusatztermin: Mittwoch, 11.05.2016 – 20.00 Uhr
Atef Abu Saif (Gaza): Lesung „Frühstück mit der Drohne – Tagebuch aus Gaza“
Ort: Medienhaus Hannover e.V., Schwarzer Bär 6
Am 7. Juli 2014 beginnt der bisher letzte der vielen Kämpfe um den Gazastreifen. Inmitten aller Pressestimmen zum Krieg tauchen in der internationalen Presse Tagebuchtexte auf. Ihr Autor Atef Abu Saif, ein in der arabischen Welt bekannter Romancier. Er hält fest, was um ihn herum geschieht. Wie er mit seiner Frau den Alltag bewältigt. Wie er mit der Angst kämpft, wenn  vor dem Fenster die Drohne surrt. In 50 Tagebucheintragungen erzählt Atef Abu Saif das Unvorstellbare.

Freitag, 20.05.2016 – 19.00 Uhr
Anica Heinlein (Bonn): ‚Entarabisierung‘ Ostjerusalems?
Ort: Freizeitheim Vahrenwald, Vahrenwalder Str. 92
Frau Heinlein war als Mitarbeiterin einer NGO in Jerusalem tätig und hat beobachten können, wie die israelischen Behörden durch diverse Maßnahmen eine Verdrängung der arabischen Bewohner/innen Ostjerusalems durchzusetzen versuchen. Sie wird darüber berichten.

Dienstag, 14.06.2016 – 19.00 Uhr
Andreas Zumach (Genf): Der Sicherheitsbegriff in Israel im Kontext der internationalen Politik
Ort: Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4
Andreas Zumach, freier Journalist am Sitz der UNO in Genf und schon mehrfach bei uns als Referent, wird analysieren, welche Rolle der Begriff der ‚Sicherheit‘ in der israelischen Innenpolitik spielt.

Freitag, 16.09.2016 – 19.00 Uhr
Abdallah Abu Rahma (Bil’in / Palästina):
Ein Jahrzehnt ziviler Widerstand im Dorf Bil’in
Ort: Freizeitheim Vahrenwald, Vahrenwalder Str. 92
Abdallah Abu Rahmah ist in Deutschland als langjähriger Aktivist des zivilen palästinensischen Widerstands bekannt geworden, der gegen die Besatzung, die Hauszerstörungen und die Mauer gerichtet ist, die von Israel jenseits seiner international anerkannten Landesgrenzen auf dem im Junikrieg 1967 eroberten Territorium installiert worden ist und die besetzten Gebiete Palästinas durchtrennt.
Im Jahre 2005 rief er im palästinensischen Dorf Bil’in, ca. 12 km westlich von Ramallah gelegen, gemeinsam mit anderen Dorfbewohnern das Bürgerkomitee des friedlichen Volkswiderstands ins Leben, das von ihm seitdem koordiniert und von zahlreichen israelischen und internationalen Menschenrechts- und Friedensorganisation unterstützt wird. Die Mauer trennt das Dorf vom größten Teil der ihm gehörigen Felder. Dokumentiert ist der Widerstand auch in dem Film ‚Five Broken Cameras‘. Das Bil’iner Komitee wurde übrigens, gemeinsam mit den Israeli Anarchists Against the Wall, von der Internationalen Liga für Menschenrechte 2008 mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausgezeichnet. Im Jahre 2009 verlieh die EU diesem offiziell den Titel „Verteidiger der Menschenrechte“.Abu Rahmah wurde mehrfach verhaftet und verbüßte u.a. eine 15-monatige Gefängnisstrafe, denn schon die Teilnahme an einer Demonstration verstößt gegen die Militärverordnung Israels in den besetzten Gebieten. Palästinensern ist jede Form der Erhebung und der Mobilisierung zum politischen Protest untersagt. Zuletzt kam er frei u.a. unter der Bedingung, eine Kaution von 15 000 Schekel zu zahlen und nicht mehr an Aktivitäten und Demonstrationen teilzunehmen. Abu Rahmeh wird über die Auswirkungen der Besatzung, der Hauszerstörungen und über die Aktionen des Bürgerkomitees berichten.

Dienstag, 18.10.2016 – 19.00 Uhr
Claus Walischewski (Bremen):
Landnahme und Hauszerstörung im besetzten Palästina
Ort: Freizeitheim Vahrenwald, Vahrenwalder Str. 92
Claus Walischewski aus Bremen ist der Sprecher des deutschen Ablegers des israelischen Komitees gegen Hauszerstörungen (Israelian Committee against House Demolitions – ICAHD). ICAHD wendet sich gegen die Hauszerstörungen als eine Methode der Verdrängung der Palästinenser/innen durch die israelischen Behörden. Sein Sprecher ist Jeff Halper. Das israelische Komitee gegen Hauszerstörungen ist eine Menschenrechts- und Friedensorganisation, die 1997 gegründet wurde, um Israels Besetzung der palästinensischen Gebiete zu beenden. ICAHDs Fokus liegt dabei auf Israels Politik der Zerstörung palästinensischer Häuser in den besetzten Gebieten und innerhalb Israels selbst, sowie auf einer ständigen Analyse der Politik Israels gegenüber den Palästinensern  sowie der Situation in den besetzten Gebieten (Website von ICAHD Deutschland). Seit 1967 wurden in den besetzten Gebieten fast 48 500 Bauten zerstört, davon in diesem Jahr ca. 650.

Montag, 7.11.2016 – 19.00 UhrClemens_Messerschmid (EQ13)
Clemens Messerschmid (Ramallah):
Wasser als Menschenrecht? – Bittere Aussichten für Palästina

Ort: Freizeitheim Vahren­wald, Vahren­walder Str. 92
(im Rahmen des Bündnisses zum Tag der Menschenrechte)
Clemens Messerschmid ist Hydrogeologe in Ramallah und ausgewiesener Spezialist zum Thema Wasser in der Region.Er arbeitete, bevor er sich selbständig machte, mehrere Jahre für die GTZ. Bei seinen Vorträgen, auch in Hannover, hat er sich über das Ungleichgewicht bei der Verfügung über das Wasser im besetzten Palästina geäußert, so auch in diversen Medien (Süddeutsche Zeitung, Neue Züricher Zeitung u.a. und im August in der tagesschau der ARD). In den Milleniumsentwicklungszielen der Vereinten Nationen und im Aktionsprogramm der Agenda 21 spielt Wasser eine herausragende Rolle. Die WHO hat einen Verbrauch von 100 Liter/Kopf /Tag als Mindestmenge für den Erhalt des Lebens definiert. In Deutschland liegt der durchschnittliche Verbrauch bei 121 Liter pro Kopf und Tag, in Israel bei 270 und in den palästinensischen Gebieten bei ca. 70 Litern. Die Frage ist, wie die Verteilung, die fehlenden Baugenehmigungen für palästinensische Brunnen, Abwasseranlagen und Instandsetzung der Leitungen, die Übernutzung der Grundwasservorkommen durch die intensive Siedler-Landwirtschaft und regelmäßige Zerstörungen von Brunnen und Zisternen die Versorgung beeinflussen. Besonders dramatisch ist die Wassersituation im abgeriegelten Gaza, der dortige Aquifer ist heillos überpumpt und das Wasser zu 95% übersalzen. Clemens Messerschmid wird besonders auf die Lage in Gaza eingehen, aber auch auf die Rolle der deutschen Politik in der Entwicklungszusammenarbeit.

An der Stelle möchten wir Ihnen ein Interview empfehlen, welches Clemens Messerschmid Amnesty International Schweiz gegeben hat.

 

Dienstag, 15.11.2016 – 19.00 Uhr profil-christoph-dinkelaker
Christoph Dinkelaker (Berlin):
Gibt es Alternativen in der israelischen politischen
Führungsschicht?
Ort: Freizeitheim Lister Turm, Walderseestr. 100
(in Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt – Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen)
Es hat den Anschein, dass die israelische Führungsschicht geschlossen hinter der Regierung steht, die konfliktträchtige Politik der Besatzung und Besiedlung Palästinas scheint das Führungspersonal aller wichtigen Parteien zu vereinen, auch der neoliberale Umbau findet wenig Widerstand. Unbestritten ist auch, dass sich der öffentliche Diskurs stark nach rechts verschoben hat. Jedoch gibt es überraschenderweise gerade aus dem Bereich der Geheimdienste und des Militärs andere Stimmen, die gegen die amtliche Politik Vorbehalte äußern.
Christoph Dinkelaker ist Islamwissenschaftler mit reicher Erfahrung in arabischen Ländern und Israel und lebt in Berlin. Er betreibt das Portal ‚AlSharq‘. Er moderierte unsere Tagung zu Gaza am 31.10.2015. Er wird der Frage nachgehen, ob und inwieweit es in der israelischen Führungsschicht alternative Vorstellungen zur herrschenden Politik, repräsentiert v.a. von Netanjahu, gibt.

 

Dienstag, 20.12.2016 – 19.00 Uhr
Riad Othman (Frankfurt/M):
Politik der Verdrängung im besetzten Westjordanland
Ort: Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4
Riad Othman leitete drei Jahre lang das Büro der Frank­furter Hilfs- und Menschen­rechts­or­ga­ni­sa­tion medico international für Israel und die besetzten paläs­ti­nen­si­schen Gebiete. Die Organisation enga­giert sich als seit Jahren auch in den C-Gebieten der West­bank, die nach wie vor unter völliger israe­li­scher Kontrolle stehen. Die völlige Abhän­gig­keit der paläs­ti­nen­si­schen Zivil­be­völ­ke­rung von der israe­li­schen Besat­zungs­ver­wal­tung zeitigt im Alltags­leben der bis zu 300.000 Paläs­ti­nen­se­rinnen und Paläs­ti­nenser in den C-Gebieten mitunter desas­tröse Folgen. Riad Othman wird anhand von Projekt­bei­spielen aus den südli­chen Hebron­bergen und dem Jordantal über die Mecha­nismen von Ausschluss und Diskri­mi­nie­rung in den besetzten C-Gebieten berichten.

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