FORUM PALÄSTINA

Liebe Palästina- und Nahost-Interessierte,

wir möchten zu unserem kommenden FORUM-Abend einladen:

Dienstag, 20.12.2016 19.00 Uhr 
Riad Othman (Frankfurt/M):
Politik der Verdrän­gung im besetzten West­jor­dan­land
Ort: Kultur­zen­trum Pavillon, Lister Meile 4
Riad Othman leitete drei Jahre lang das Büro der Frank­furter Hilfs- und Menschen­rechts­or­ga­ni­sa­tion medico inter­na­tional für Israel und die besetzten paläs­ti­nen­si­schen Gebiete. Die Orga­ni­sa­tion enga­giert sich als seit Jahren auch in den C-Gebieten der West­bank, die nach wie vor unter völliger israe­li­scher Kontrolle stehen. Die völlige Abhän­gig­keit der paläs­ti­nen­si­schen Zivil­be­völ­ke­rung von der israe­li­schen Besat­zungs­ver­wal­tung zeitigt im Alltags­leben der bis zu 300.000 Paläs­ti­nen­se­rinnen und Paläs­ti­nenser in den C-Gebieten mitunter desas­tröse Folgen. Riad Othman wird anhand von Projekt­bei­spielen aus den südli­chen Hebron­bergen und dem Jordantal über die Mecha­nismen von Ausschluss und Diskri­mi­nie­rung in den besetzten C-Gebieten berichten.

 

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Zudem möchten wir auf die Veran­stal­tuns­reihe vom 07.11. bis zum 14.12.2016 im Rahmen des Bünd­nisses zum Tag der Menschen­rechte hinweisen, in welchem die Paläs­tina Initia­tive Bünd­nis­partner ist. Alle Infor­ma­tionen zum Bündnis bzw. den Veran­stal­tungen finden Sie in folgenden Dateien:

Programm­flyer zum Tag der Menschen­rechte

Bünd­nis­zei­tung zum Tag der Menschen­rechte

 

Paläs­tina Initia­tive Region Hannover

 

Alle FORUM-Veranstaltungen 2016

Dienstag 05.01.2016 19.00 Uhr 
Karin Leuke­feld (Bonn):
Stabi­li­täts­anker Saudi-Arabien? — Innen­po­litik und Rolle in der arabi­schen und isla­mi­schen Welt
Ort: Frei­zeit­heim Vahren­wald, Vahren­walder Str. 92
Saudi-Arabien ist einer der wich­tigsten poli­ti­schen Akteure im Nahen Osten. Neben Israel der engste Verbün­dete des Westens, verfolgt das König­reich dennoch auch eine eigene Agenda. Mit seiner rück­stän­digen und extrem strengen Ausle­gung des Islam, dem Waha­bismus, erhält es eine innere Verfasst­heit aufrecht, die sich im Wider­spruch zu west­li­chen gesell­schafts­po­li­ti­schen Vorstel­lungen befindet. Demo­kra­ti­sche Bewe­gungen in der arabi­schen Welt werden bekämpft. Worin besteht die Grund­lage der Zusam­men­ar­beit mit dem Westen und welche Entwick­lung wird das Land nehmen? Die Refe­rentin, Karin Leuke­feld, ist freie Jour­na­listin und berichtet seit Jahren aus dem Nahen Osten.

Montag, 18.01.2016 19.00 Uhr 
Prof. Peter Antes (Hannover): Muslime, Juden und Christen im histo­ri­schen Paläs­tina
Ort: Kultur­zen­trum Pavillon, Lister Meile 4
Prof. Antes hat als Reli­gi­ons­wis­sen­schaftler in seiner Lehr­tä­tig­keit an der Univer­sität Hannover wie in zahl­rei­chen Vorträgen und Veröf­fent­li­chungen  die Gemein­sam­keiten   und Unter­schiede der drei ‘Buch­re­li­gionen’ erforscht und sich stets für einen ‘inter­re­li­giösen  Dialog’ einge­setzt. Auf dem Hinter­grund der aktu­ellen von Angst und Vorur­teilen besetzten poli­ti­schen und reli­giösen Debatte kann der Beitrag von Prof. Antes ein ‘klärendes Wort’ sein.

Das Falt­blatt mit allen FORUM-Veranstaltungen ab April 2016 zum Herun­ter­laden.

Dienstag, 19.04.2016 19.00 Uhr 
Prof. Wilhelm Kempf (Konstanz):
Israel­kritik zwischen Anti­se­mi­tismus und Menschen­rechts­idee. Eine Spuren­suche
Ort: Frei­zeit­heim Lister Turm, Walder­seestr. 100 
Prof. Kempf von der Uni Konstanz hat eine empi­ri­sche sozi­al­wis­sen­schaft­liche Unter­su­chung zu Einstel­lungen und Denk­weisen bezüg­lich Israel und Anti­se­mi­tismus sowie Paläs­tina durch­ge­führt und wird daraus refe­rieren.

Prof. Wilhelm Kempf hat zu dieser Studie nun eine zusam­men­fas­sende Pres­se­mit­tei­lung veröf­fent­licht.
Zudem hat Prof. Kempf ProMo­saik ein Inter­view über die verschie­denen Formen der Israel­kritik gegeben.

Zusatz­termin: Mitt­woch, 11.05.2016, 20.00 Uhr
Atef Abu Saif (Gaza): Lesung “Früh­stück mit der Drohne — Tage­buch aus Gaza”
Ort: Medi­en­haus Hannover e.V., Schwarzer Bär 6
Am 7. Juli 2014 beginnt der bisher letzte der vielen Kämpfe um den Gaza­streifen. Inmitten aller Pres­se­stimmen zum Krieg tauchen in der inter­na­tio­nalen Presse Tage­buch­t­exte auf. Ihr Autor Atef Abu Saif, ein in der arabi­schen Welt bekannter Roman­cier. Er hält fest, was um ihn herum geschieht. Wie er mit seiner Frau den Alltag bewäl­tigt. Wie er mit der Angst kämpft, wenn  vor dem Fenster die Drohne surrt. In 50 Tage­buch­ein­tra­gungen erzählt Atef Abu Saif das Unvor­stell­bare.

Freitag, 20.05.2016 19.00 Uhr
Anica Hein­lein (Bonn): ‘Enta­ra­bi­sie­rung’ Ostje­ru­sa­lems?
Ort: Frei­zeit­heim Vahren­wald, Vahren­walder Str. 92
Frau Hein­lein war als Mitar­bei­terin einer NGO in Jeru­salem tätig und hat beob­achten können, wie die israe­li­schen Behörden durch diverse Maßnahmen eine Verdrän­gung der arabi­schen Bewohner/innen Ostje­ru­sa­lems durch­zu­setzen versu­chen. Sie wird darüber berichten.

Dienstag, 14.06.2016 19.00 Uhr 
Andreas Zumach (Genf): Der Sicher­heits­be­griff in Israel im Kontext der inter­na­tio­nalen Politik
Ort: Kultur­zen­trum Pavillon, Lister Meile 4
Andreas Zumach, freier Jour­na­list am Sitz der UNO in Genf und schon mehr­fach bei uns als Refe­rent, wird analy­sieren, welche Rolle der Begriff der ‘Sicher­heit’ in der israe­li­schen Innen­po­litik spielt.

Freitag, 16.09.2016  um 19.00 Uhr
Abdallah Abu Rahma (Bil’in / Paläs­tina):
Ein Jahr­zehnt ziviler Wider­stand im Dorf Bil’in
Ort: Frei­zeit­heim Vahren­wald, Vahren­walder Str. 92 
Abdallah Abu Rahmah ist in Deutsch­land als lang­jäh­riger Akti­vist des zivilen paläs­ti­nen­si­schen Wider­stands bekannt geworden, der gegen die Besat­zung, die Haus­zer­stö­rungen und die Mauer gerichtet ist, die von Israel jenseits seiner inter­na­tional aner­kannten Landes­grenzen auf dem im Junikrieg 1967 eroberten Terri­to­rium instal­liert worden ist und die besetzten Gebiete Paläs­tinas durch­trennt.
Im Jahre 2005 rief er im paläs­ti­nen­si­schen Dorf Bil’in, ca. 12 km west­lich von Ramallah gelegen, gemeinsam mit anderen Dorf­be­woh­nern das Bürger­ko­mitee des fried­li­chen Volks­wi­der­stands ins Leben, das von ihm seitdem koor­di­niert und von zahl­rei­chen israe­li­schen und inter­na­tio­nalen Menschenrechts- und Frie­dens­or­ga­ni­sa­tion unter­stützt wird. Die Mauer trennt das Dorf vom größten Teil der ihm gehö­rigen Felder. Doku­men­tiert ist der Wider­stand auch in dem Film ‘Five Broken Cameras’. Das Bil’iner Komitee wurde übri­gens, gemeinsam mit den Israeli Anar­chists Against the Wall, von der Inter­na­tio­nalen Liga für Menschen­rechte 2008 mit der Carl-von-Ossietzky-Medaille ausge­zeichnet. Im Jahre 2009 verlieh die EU diesem offi­ziell den Titel „Vertei­diger der Menschenrechte“.Abu Rahmah wurde mehr­fach verhaftet und verbüßte u.a. eine 15-monatige Gefäng­nis­strafe, denn schon die Teil­nahme an einer Demons­tra­tion verstößt gegen die Mili­tär­ver­ord­nung Israels in den besetzten Gebieten. Paläs­ti­nen­sern ist jede Form der Erhe­bung und der Mobi­li­sie­rung zum poli­ti­schen Protest unter­sagt. Zuletzt kam er frei u.a. unter der Bedin­gung, eine Kaution von 15 000 Schekel zu zahlen und nicht mehr an Akti­vi­täten und Demons­tra­tionen teil­zu­nehmen. Abu Rahmeh wird über die Auswir­kungen der Besat­zung, der Haus­zer­stö­rungen und über die Aktionen des Bürger­ko­mi­tees berichten.

Dienstag, 18.10.2016 19.00 Uhr
Claus Wali­schewski (Bremen):
Land­nahme und Haus­zer­stö­rung im besetzten Paläs­tina
Ort: Frei­zeit­heim Vahren­wald, Vahren­walder Str. 92
Claus Wali­schewski aus Bremen ist der Spre­cher des deut­schen Able­gers des israe­li­schen Komi­tees gegen Haus­zer­stö­rungen (Israe­lian Committee against House Demo­li­tions — ICAHD). ICAHD wendet sich gegen die Haus­zer­stö­rungen als eine Methode der Verdrän­gung der Palästinenser/innen durch die israe­li­schen Behörden. Sein Spre­cher ist Jeff Halper. Das israe­li­sche Komitee gegen Haus­zer­stö­rungen ist eine Menschenrechts- und Frie­dens­or­ga­ni­sa­tion, die 1997 gegründet wurde, um Israels Beset­zung der paläs­ti­nen­si­schen Gebiete zu beenden. ICAHDs Fokus liegt dabei auf Israels Politik der Zerstö­rung paläs­ti­nen­si­scher Häuser in den besetzten Gebieten und inner­halb Israels selbst, sowie auf einer stän­digen Analyse der Politik Israels gegen­über den Paläs­ti­nen­sern  sowie der Situa­tion in den besetzten Gebieten (Website von ICAHD Deutsch­land). Seit 1967 wurden in den besetzten Gebieten fast 48 500 Bauten zerstört, davon in diesem Jahr ca. 650.

Montag, 7.11.2016 um 19.00 UhrClemens_Messerschmid (EQ13)
Clemens Messer­schmid (Ramallah):
Wasser als Menschen­recht? — Bittere Aussichten für Paläs­tina

Ort: Frei­zeit­heim Vahren­wald, Vahren­walder Str. 92
(im Rahmen des Bünd­nisses zum Tag der Menschen­rechte)
Clemens Messer­schmid ist Hydro­geo­loge in Ramallah und ausge­wie­sener Spezia­list zum Thema Wasser in der Region.Er arbei­tete, bevor er sich selb­ständig machte, mehrere Jahre für die GTZ. Bei seinen Vorträgen, auch in Hannover, hat er sich über das Ungleich­ge­wicht bei der Verfü­gung über das Wasser im besetzten Paläs­tina geäu­ßert, so auch in diversen Medien (Süddeut­sche Zeitung, Neue Züri­cher Zeitung u.a. und im August in der tages­schau der ARD). In den Mille­ni­um­s­ent­wick­lungs­zielen der Vereinten Nationen und im Akti­ons­pro­gramm der Agenda 21 spielt Wasser eine heraus­ra­gende Rolle. Die WHO hat einen Verbrauch von 100 Liter/Kopf /Tag als Mindest­menge für den Erhalt des Lebens defi­niert. In Deutsch­land liegt der durch­schnitt­liche Verbrauch bei 121 Liter pro Kopf und Tag, in Israel bei 270 und in den paläs­ti­nen­si­schen Gebieten bei ca. 70 Litern. Die Frage ist, wie die Vertei­lung, die fehlenden Bauge­neh­mi­gungen für paläs­ti­nen­si­sche Brunnen, Abwas­ser­an­lagen und Instand­set­zung der Leitungen, die Über­nut­zung der Grund­was­ser­vor­kommen durch die inten­sive Siedler-Landwirtschaft und regel­mä­ßige Zerstö­rungen von Brunnen und Zisternen die Versor­gung beein­flussen. Beson­ders drama­tisch ist die Wasser­si­tua­tion im abge­rie­gelten Gaza, der dortige Aquifer ist heillos über­pumpt und das Wasser zu 95% über­salzen. Clemens Messer­schmid wird beson­ders auf die Lage in Gaza eingehen, aber auch auf die Rolle der deut­schen Politik in der Entwick­lungs­zu­sam­men­ar­beit.

Dienstag, 15.11.2016 19.00 Uhr profil-christoph-dinkelaker
Chris­toph Dinkelaker (Berlin):
Gibt es Alter­na­tiven in der israe­li­schen poli­ti­schen
Führungs­schicht?
Ort: Frei­zeit­heim Lister Turm, Walder­seestr. 100 
(in Koope­ra­tion mit der Stif­tung Leben & Umwelt — Heinrich-Böll-Stiftung Nieder­sachsen)
Es hat den Anschein, dass die israe­li­sche Führungs­schicht geschlossen hinter der Regie­rung steht, die konflikt­träch­tige Politik der Besat­zung und Besied­lung Paläs­tinas scheint das Führungs­per­sonal aller wich­tigen Parteien zu vereinen, auch der neoli­be­rale Umbau findet wenig Wider­stand. Unbe­stritten ist auch, dass sich der öffent­liche Diskurs stark nach rechts verschoben hat. Jedoch gibt es über­ra­schen­der­weise gerade aus dem Bereich der Geheim­dienste und des Mili­tärs andere Stimmen, die gegen die amtliche Politik Vorbe­halte äußern.
Chris­toph Dinkelaker ist Islam­wis­sen­schaftler mit reicher Erfah­rung in arabi­schen Ländern und Israel und lebt in Berlin. Er betreibt das Portal ‘AlSharq’. Er mode­rierte unsere Tagung zu Gaza am 31.10.2015. Er wird der Frage nach­gehen, ob und inwie­weit es in der israe­li­schen Führungs­schicht alter­na­tive Vorstel­lungen zur herr­schenden Politik, reprä­sen­tiert v.a. von Netan­jahu, gibt.

Dienstag, 20.12.2016 19.00 Uhr 
Riad Othman (Frankfurt/M):
Politik der Verdrän­gung im besetzten West­jor­dan­land
Ort: Kultur­zen­trum Pavillon, Lister Meile 4
Riad Othman leitete drei Jahre lang das Büro der Frank­furter Hilfs- und Menschen­rechts­or­ga­ni­sa­tion medico inter­na­tional für Israel und die besetzten paläs­ti­nen­si­schen Gebiete. Die Orga­ni­sa­tion enga­giert sich als seit Jahren auch in den C-Gebieten der West­bank, die nach wie vor unter völliger israe­li­scher Kontrolle stehen. Die völlige Abhän­gig­keit der paläs­ti­nen­si­schen Zivil­be­völ­ke­rung von der israe­li­schen Besat­zungs­ver­wal­tung zeitigt im Alltags­leben der bis zu 300.000 Paläs­ti­nen­se­rinnen und Paläs­ti­nenser in den C-Gebieten mitunter desas­tröse Folgen. Riad Othman wird anhand von Projekt­bei­spielen aus den südli­chen Hebron­bergen und dem Jordantal über die Mecha­nismen von Ausschluss und Diskri­mi­nie­rung in den besetzten C-Gebieten berichten.

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