Bericht der FILISTINA

 

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Fili(ohneText)MONTAG, 15.02.
Künstlerhaus Hannover

ERÖFFNUNG
mit anschließendem Empfang für geladene Gäste

Aeham Ahmad, ein palästinensischer Pianist, erst vor einem Jahr aus dem Flüchtlingslager Jarmuk bei Damaskus geflohen, eröffnete in eindringlich schöner Weise die Veranstaltung am Klavier. Mit seiner Melodie und seinem Gesang brachte er seine Erlebnisse und Erfahrungen von Verfolgung und Flucht berührend zum Ausdruck.

In seiner Begrüßung dankte der Sprecher der Palästina Initiative Dr. Wilhelm Wortmann den vielen und vielfältigen Förderern und Kooperationspartnern für die beachtliche praktische, finanzielle und ideelle Unterstützung der 7. FILISTINA.

Anerkennende Grußworte für das Programm des Festivals und für die Initiatoren sprachen zum Auftakt der Bürgermeister Thomas Hermann in Vertretung des erkrankten Oberbürgermeisters und Schirmherrn Stefan Schostok, Dr. Sara Husseini, in Vertretung der Botschafterin Palästinas Dr. Khouloud Daibes und Raif Hussein als Bundesvorsitzender der Deutsch- Palästinensischen Gesellschaft.

Den Festvortrag hielt der Journalist Andreas Zumach aus Genf über das Thema
„Der Konflikt Palästina-Israel im Kontext des Mittleren Ostens“.

Den Abschluss bildete ein Umtrunk mit arabischen Köstlichkeiten in geselliger Runde mit vielen anregenden Gesprächen und Kontakten.

 

Gedanken aus den Grußworten

Dr. Wilhelm Wortmann

Die Palästina Initiative sieht sich in ihrer Zielsetzung und in ihrer Arbeit verantwortlich für alle Menschen zwischen Mittelmeer und Jordan. Sie tritt dafür ein, dass beide Völker in diesem Raum das Recht zur Selbstbestimmung ihrer gesellschaftlichen und staatlichen Existenz haben.

Angesichts der gegenwärtigen in jeder Weise asymmetrischen Beziehungen und Wirklichkeiten zwischen jüdischen Israelis und den Palästinensern bedarf es nach unserer Einschätzung nachhaltiger internationaler Maßnahmen, eine Regelung auf Augenhöhe zu erreichen. Hier sind die Vereinten Nationen im Sinne von Ursache und Wirkung handelnd gefordert. Konkret, Israel muss dazu gebracht werden, die Besatzung aufzuheben und das palästinensische Volk völkerrechtlich anzuerkennen.

„Wir als Palästina Initiative können politisch wenig, aufklärend und meinungsbildend aber einiges bewirken:

  • die deutsche Bevölkerung informieren und auffordern, sich für die Rechte der Palästinenser einzusetzen, völkerrechtlich, humanitär und poltisch-demokratisch,
  • auf die kulturelle Eigenständigkeit, auf den künstlerischen Reichtum und die geistigen Leistungen dieses segmentierten Volkes aufmerksam machen und, wo möglich, in Kooperation oder Partnerschaften zusammenarbeiten: kreaktiv, intellektuell und finanziell.
  • Institutionen, Aktivitäten und Orte konkret stärken, so wie wir das Dorf Jiftlik über Medico International seit Jahren durch Spenden unterstützen.

In diesem Sinne sehen Sie bitte auch die Veranstaltungen, die wir für die nächsten acht Wochen vorbereitet haben!“

 

Thomas Herrmann

Der Bürgermeister eröffnete die 7. FILISTINA und versicherte, dass die Stadt auch in Zukunft die Schirmherrschaft gerne übernehmen werde. Er betonte die Vielschichtigkeit des Programms und die Vielfalt der Veranstaltungsorte, womit erreicht wird, dass die Thematik mit neuen Perspektiven breit gestreut wird. Angesichts der Bedeutung der Frauenfrage bei uns und jetzt besonders im Zusammenhang mit den Flüchtlingsbewegungen begrüßte er ausdrücklich die Tagung über die Lebenswirklichkeit palästinensischer Frauen in Verbindung mit dem Weltfrauentag. Die Situation dieser Frauen sei von besonderer Aktualität, da sie im Spannungsfeld zwischen patriarchaler Tradition und Unterdrückung durch die Besatzungsmacht versuchen müsse, sich zu entwickeln.

Für alle Veranstaltungen wünschte er sich konstruktive Dialoge für Verstehen und Verständigung.

Begeistert habe ihn der musikalische Vortrag von Aeham Ahmad. Zum Abschluß bat er Frau Husseini, die Botschafterin herzlich zu grüßen und überreichte ihr einen Bildband über die „schönste Stadt der Welt“!

 

Dr. Sara Husseini

überbrachte herzliche Grüße der palästinensischen Botschafterin Frau Dr. Khouloud Daibes, die wegen des Besuchs der palästinensischen Regierungsdelegation in Berlin unabkömmlich war. Als Beraterin für Politik und Kommunikation der Botschafterin freute sich Frau Husseini besonders, an dieser feierlichen Eröffnung in Hannover dabei sein zu können.

„Ich denke, ich muss nicht erklären, dass wir hier in Deutschland vor einer ganzen Reihe von Herausforderungen, die historisch bedingt, stehen. Für uns Palästinenser und alle Freunde Palästinas bedeutet es immer wieder das Gefühl zu haben, etwas härter arbeiten zu müssen, um Grundlagen zu legen, auf denen wir dann aufbauen können. … Es hat sicherlich eine positive Verschiebung von Meinung und Haltung gegenüber Palästina in den letzten Jahren stattgefunden. Immer mehr Menschen werden auf unsere Situation aufmerksam, lernen uns als Menschen kennen und erfahren unsere Kultur. Auch unter den Politikern gibt es eine wachsende Erkenntnis, dass eine Lösung für Palästinenser und Israelis gleichermaßen Gerechtigkeit, Gleichheit und Würde erfordert.

Und das ist es, was FILISTINA so wichtig werden lässt. Ein Festival, das sich einen Monat lang Palästina widmet, ist ein großartiger Erfolg für unsere reiche Kultur und das Erbe Palästinas. Es unterstützt dabei, das Bewusstsein für die Situation in Palästina zu schärfen. Veranstaltungsreihen wie die Ihre ergänzen die Arbeit, die wir auf offizieller Ebene leisten.“….

„Im Dezember war ich in Palästina und die Atmosphäre in Jerusalem, die Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit, war ein furchtbares Erlebnis für mich.“ Die Rednerin verwies auf die „tiefe Asymmetrie“ in diesem „sogenannten Konflikt“ und betonte, dass der Schlüssel zu einer Lösung „die internationale Einbindung“ sei. Für Politiker und Regierungen sei es notwendig, dass sie den Kontext verstehen, um „eine konstruktive Rolle übernehmen“ zu können.

„Sie müssen das tägliche Leben in Palästina verstehen. Letztendlich sind die Menschen in Palästina auf der Suche nach einem ganz normalen, gewöhnlichen Leben und nach der Verwirklichung ihrer Grundrechte, auf die alle Menschen einen Anspruch haben“.

 

Raif Hussein

„Dass wir heute die 7. Filistina eröffnen, ist wahrlich keine Selbstverständlichkeit.“ Und es sei auch keine Selbstverständlichkeit, dass der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt wieder die Schirmherrschaft übernommen habe. „Siebenmal in Folge haben drei Oberbürgermeister dies mit Engagement getan: Herbert Schmalstieg, Stephan Weil und jetzt Stefan Schostok. Das ist ein Novum nicht nur in Deutschland. … In Hannover wird die Solidarität für Frieden und Meinungsfreiheit groß geschrieben, während woanders in Deutschland Solidaritätsveranstaltungen mit dem palästinensischen Volk und öffentliche Vorträge zum israelisch-palästinensischen Konflikt auf Druck der Israel-Lobby von kommunalen und kirchlichen Institutionen verhindert werden. Dafür möchte ich mich im Namen der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft und im Namen der Palästinensischen Gemeinde Deutschlands herzlich bedanken“. …

„Wir die Palästinenser sind dankbar für die über Jahrzehnte anhaltende und stets zunehmende Solidarität mit unserem Volk und mit seinem Bestreben nach Frieden, Freiheit und Selbstbestimmung. Wir möchten aber zugleich Sie – liebe Freunde und alle anderen – auffordern, uns in kritischer Solidarität zu begleiten. … Pro Palästina zu sein, könnte auch als gegen Israel verstanden werden. Wir Palästinenser aber möchten Sie als Freunde Israels und als Freunde Palästinas gewinnen, denn nur so können Sie und wir Pro Frieden sein. …

Aber stellen Sie sich dabei immer wieder folgende Fragen:

  • Mit welchem Israel solidarisiere ich mich?
  • Mit welchem Palästina solidarisiere ich mich?

Die Spirale der Gewalt im „Heiligen Land“ kann erst beendet werden, wenn Palästinenser und jüdische Israelis zwei Dinge verinnerlichen und respektieren:

Jeder Jude auf der Welt, egal wo er lebt, lebt mit der Vernichtungsangst. Die Shoa ist Teil der jüdischen Identität. Das muss jeder Araber, jeder Palästinenser verinnerlichen und respektieren.

Jeder Palästinenser, egal wo er lebt, lebt mit der Vertreibungsangst. Die Nakba ist Teil der palästinensischen Identität. Das muss jeder israelische Jude verinnerlichen und respektieren.

Nur wenn dies der Fall ist, erst dann können wir über ein friedliches, gerechtes und friedvolles Zusammenleben debattieren und eine ehrliche völkerrechtliche Lösung erreichen.

 

Festvortrag von Andreas Zumach (Genf):

Der Konflikt Palästina-Israel im Kontext des Mittleren Ostens.

In diesem Rahmen ist es nicht möglich, inhaltlich auf die sehr grundsätzlichen Ausführungen einzugehen. Wir bitten um Verständnis.
Trotz der Länge des Vortrags fesselte Zumach die Zuhörerschaft bis zum Schluss durch seine fundierten und differenzierten Darlegungen, illustriert durch persönliche Erfahrungen aus seinen häufigen Aufenthalten in der Nahost-Region.

 

Den Abschluss bildete ein Umtrunk mit arabischen Köstlichkeiten in geselliger Runde mit vielen anregenden Gesprächen und Kontakten.

 

 

 

DIENSTAG, 16.02.
Konzertlokal KANAPEE, Edenstr. 1

KLAVIERKONZERT mit Aeham Ahmad

Aeham Ahmad lebte vor seiner Flucht im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk bei Damaskus. Mit seinem rollenden Klavier spielte der Musiklehrer auf der Straße, trotzte Todesdrohungen zwischen den Trümmern des Krieges, um den Menschen mit seiner Musik kleine Lichtblicke und Momente der Freude zu bescheren. Im April 2015 verbrannten IS-Terroristen sein Klavier, Aeham Ahmad musste fliehen und gelangte über das Mittelmeer schließlich nach Deutschland.

Aeham Ahmads Schicksal erlangte lebendige Aufmerksamkeit in den deutschen Medien. Im Dezember 2015 wurde ihm in Bonn der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte verliehen. Entsprechend groß war der Andrang im Kanapee, nicht alle Besucher fanden Einlass. Die Zuhörer konnten einen emotional sehr ergreifenden Abend mit Aeham Ahmad erleben. Seine arabischen Liedertexte, in denen er die leidvollen Erfahrungen im syrischen Flüchtlingslager und auf seiner Flucht verarbeitete, wurden vorab ins Deutsche übersetzt. Mit seinem virtuosen Spiel und dem arabischen Gesang nahm er das Publikum mit in eine sehr berührende Gefühls- und Erlebniswelt.farb-druck-nur-bilder-filistina-bilder_seite_04

 

DONNERSTAG; 18.02.
Stadtbibliothek Hannover

LESUNG
„YAHYA HASSAN“ von Yahya Hassan

Lyrik zur Situation jugendlicher Migranten, vorgetragen von Jakob Benkhofer, Ensemblemitglied des Hannoverschen Staatstheaters

Die Lyrik- Lesung wurde eingeleitet von Dagmar Lembeck mit Informationen über den jungen Autor, seine Familien- und Entwicklungsgeschichte und sein Leben heute in Dänemark. Der Schauspieler Jakob Benkhofer trug dann eine Auswahl von Gedichten vor, in denen Hassan diese Erfahrungen lyrisch umsetzt. Es folgte ein weiterer Einschub über das öffentliche Echo auf das Erscheinen seines Gedichtbandes und die z.T. erschütternden Auswirkungen auf das Verhalten des Autors. Zum Abschluss trug Benkhofer ein Langgedicht vor, das inhaltlich und formal durch unvollständige Sätze und Wörter und den stakkatoartigen Rhythmus hohe Anforderungen stellte und schlug mit seinem Vortrag alle Zuhörer in seinen Bann. In dem kleinen, aber interessierten Zuhörerkreis entspann sich im Anschluss an die Lesung eine lebhafte Diskussion um die Eignung der von Yahya Hassan verarbeiteten Erfahrungen als Stoff für Lyrik und um das Grundthema Integration.

 

DIENSTAG, 23.02.
Lounge der HDI Arena Hannover 96

LESUNG
„KICK IT, WALAA! – DAS MÄDCHEN, DAS ÜBER GRENZEN GEHT“

von Noemi Schneider

Lesung der Autorin über das Portrait einer Fußball spielenden, palästinensischen Israelin und Gespräch mit dem Publikum und Vertretern des Niedersächsischen Fußball Verbandes.

Gemeinsam mit Vertretern vom Stadtverband von Bündnis 90/Die Grünen haben wir diese Lesung in ungewöhnlicher Umgebung organisiert. Das erleuchtete Oval der HDI Arena bot einen thematisch hervorragend passenden Hintergrund für Noemi Schneider, die aus ihrem Buch über die palästinensische Fußballspielerin Walaa Hussein las.

„Ich bin Araberin, Palästinenserin und Israelin, aber zuallererst bin ich ein Mensch!“ Mit dieser Überzeugung meistert Walaa, die sowohl in einem israelischen Ligaverein als auch in der palästinensischen Nationalmannschaft spielt, die täglichen Schwierigkeiten beim Überschreiten gesellschaftlicher und politischer Grenzen ganz unterschiedlicher Art. Die Autorin fesselte das Publikum nicht nur durch die Lesung, sondern erzählte auch über ihre eigenen Erfahrungen in Israel und beantwortete interessierte Fragen der Zuhörer. In der anschließenden Diskussion ging es um die Situation und die integrierende Funktion von Frauenfußball dort aber auch hierzulande. Spannend waren dazu die Aussagen aus erster Hand, denn unter den Zuhörern waren Vertreterinnen des TSV Limmer und des NFV, u. a. die Vorsitzende im Ausschuss für Frauen und Mädchenfußball Karen Rotter. Wie begeistert diese gut besuchte Lesung aufgenommen wurde, ließ sich abschließend auch an der regen Nachfrage am Büchertisch und der langen Schlange vor dem Tisch der Autorin ablesen.
Über die FILISTINA hinaus arbeitet die Palästina Initiative mit dem NFV an der Realisierung eines Fortbildungsseminars für palästinensische Fußballspielerinnen in der Sportschule in Barsinghausen.

 

 

DONNERSTAG, 03.03.
Theater in der List, Spichernstr. 13

FOTOAUSSTELLUNG
„ÜBE DAS LEBEN JETZT – KULTUR UND KUNST IN PALÄSTINA“

von Wolfgang Sréter

Vernissage mit Lesung des Autors und Fotografen Wolfgang Sréter und musikalischer Begleitung von Marie-Madeleine Krause.

Wolfgang Sréter hatte im Foyer und den Gängen der Galerie des Theaters verschiedene Fotoreihen gehängt, die jeweils mit einer kurzen Beschreibung zu dem jeweiligen Thema (Musik, Zirkus, Tanz, usw.) versehen waren, sodass der Betrachter auch ohne Führung auf Informationen zurückgreifen konnte.

Die Eröffnungsveranstaltung mit einem reichhaltigen Programm fand im voll besetzten Foyer des Theaters statt. Christine Pfohl leitete kundig und charmant ein. Danach las Wolfgang Sréter aus seinen Texten über Reiseerfahrungen in Palästina, die zwischen bedrückenden Begebenheiten und sehr heiteren Erlebnissen wechselten und dadurch einen weit gespannten Eindruck über die Lebensbedingungen in Palästina vermittelten. Die Lesung wurde musikalisch von Marie-Madeleine Krause begleitet, einem jungen Ensemblemitglied des Theaters. Mit ihrem Gitarrespiel, das improvisierend die wechselnden textlichen Stimmungslagen unterstrich, bot sich dem konzentriert lauschenden Publikum ein intensiver Vortrag.

Kontrastiert wurde dieser erste Teil des Abends durch die Ausführungen von Vera Klocke über ein Filmprojekt, das sie 2014 in Jenin realisiert hat. Sie berichtete über persönliche Motive, die sie bereits 2010 zu einem Arbeitsaufenthalt ins Cinema Jenin geführt hatten, und ihre künstlerischen Ziele sowie die praktische Durchführung des Filmprojekts im Rahmen ihres Studiums für Szenische Inszenierung der Künste und Medien. Ihr Kurzfilm gibt drei jungen Palästinensern die Chance der Selbstdarstellung. Entstanden sind drei Portraits mit Bildern von überraschend vertrauten Aktivitäten in irritierend ungewohnter Umgebung, denn Osaied, Sadeq und Alaa präsentieren sich mit ihren Vorlieben für Autos, Fitnessstudios und Computerspiele.

Von Wilhelm Wortmann wurde das Gedicht „Übe das Leben jetzt“ von Mahmoud Darwish vorgetragen, das der Fotoausstellung den Titel gegeben hat. Nach der anschließenden Filmvorführung im Theatersaal und dem Rundgang durch die Fotogalerie ergaben sich viele interessierte Nachfragen an die Künstler und Gespräche mit dem Publikum.

Der große Anklang, den der Eröffnungsabend bei dem zahlreichen Publikum gefunden hat und die positiven Rückmeldungen des Theaterleiters Willi Schlüter bestärken unser Fazit. Es war richtig, diese Ausstellung im Rahmen der FILISTINA 2016 nach Hannover zu holen, denn sie hat den Betrachtern ein anderes unbekanntes Gesicht Palästinas in eindrucksvoller Weise gezeigt: lebensfrohe, zuversichtliche junge Menschen, die sich der Kunst widmen und ihre palästinensische Kultur allen widrigen Rahmenbedingungen zum Trotz weiterentwickeln: „Übe das Leben jetzt.“

Veranstaltung mit der Konfirmandengruppe der Markus- und der Apostelkirche

Aus zeitlichen Gründen beschränkte sich die vorbereitete Kooperation mit der Markus- und Apostelkirche auf die Ausrichtung eines zweistündigen Konfirmandenunterrichts in den Ausstellungsräumen mit 40 Vorkonfirmanden,  ihrer Diakonin Frau Merz und Pastor Sauppe. Ekkehard Drost aus Göttingen, mehrmals Mitarbeiter im ökumenischen Begleitprogramm EAPPI, führte ein und verdeutlichte den Konfirmanden die Bedeutung des Fotoprojekts von Wolfgang Sréter. Die ergänzenden eigenen Fotos von Herrn Drost und der abschließende Kurzfilm „Osaied, Sadeq, Alaa“ von Vera Klocke wurden von den Konfirmanden sehr aufmerksam verfolgt. Im Anschluss daran konnten die Jugendlichen ihre Fragen stellen. Anknüpfend an den Vortrag entwickelte sich am Ende noch ein kontroverser Dialog zwischen Pastor Sauppe und dem Referenten.

 

 

 

SAMSTAG, 05.03.
kargah e.V., Zur Bettfedernfabrik 1

TAGUNG – DIE LEBENSWIRKLICHKEIT DER FRAUEN IN DER
PALÄSTINENSISCHEN GESELLSCHAFT

„Die Sache der Frauen ist nicht nur Sache der Frauen, sondern der Zivilgesellschaft“ (Rose Shomali)

Tagung im Vorfeld des Internationalen Frauentages mit Referentinnen aus Palästina zu Fragen des gesellschaftlichen Umfelds von palästinensischen Frauen, ihren Entwicklungs- und Gestaltungsmöglichkeiten und der Arbeit der Frauenbewegung in Palästina.

Nach der Eröffnung durch Astrid Wortmann begrüßte Ferdos Mirabadi als Hausherrin die Teilnehmerinnen und stellte in ihrem Grußwort das vielfältige Engagement von kargah e.V. in der Flüchtlings- und Frauenarbeit vor.

Dr. Wilhelm Wortmann, Sprecher der Palästina Initiative Region Hannover, erinnerte an den Arab Human Development Report der Vereinten Nationen von 2005 mit dem Untertitel „Frauen auf dem Weg nach oben in der arabischen Welt“.

Gefordert wurde damals die „vollständige Einbeziehung der Fähigkeiten (empowerment) der arabischen Frauen“ in die Entwicklung der Gesellschaft unter vollem Erwerb und Einsatz ihrer Qualifikation – eine Forderung, die in weiten Bereichen der arabischen Welt noch der Verwirklichung bedarf.

Astrid Wortmann führte anhand von Karten und Fotos in die politische Situation der palästinensischen Gebiete ein.

Dr. Eman Abusaada (Köln/Bethlehem) zeigte auf, wie stark das Nebeneinander der Rechtssysteme aus verschiedenen Besatzungsepochen zusammen mit patriarchalen Familientraditionen die rechtliche Situation der Frauen prägt. Die geplante Weiterentwicklung des Familienrechts und die Verankerung von Frauenrechten in der palästinensischen Verfassung kommen z. Zt. trotz Zusagen der Regierung nicht weiter voran, weil die Gesetzgebende Versammlung nach der letzten Wahl auf Grund des bekannten internationalen Drucks nicht zusammentreten durfte.

Rose Shomali Musleh (Ramallah) machte deutlich, wie sich die palästinensische Frauenbewegung seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts bis heute als Teil der nationalen Widerstandsbewegung versteht und entwickelte.

Dr. Reham Alhelsi (Ramallah) stellte die Aktivitäten der Palestinian Working Woman Society for Development (PWWSD) vor: Aktivierung der politischen Mitsprache der Frauen im Projekt „Frauenschattenräte“ – ein Erfolgsprojekt in inzwischen über 80 Kommunen, Gründung von Gewerkschaften, Projekte zur Schaffung einer wirtschaftlichen Basis für Frauen durch den Aufbau genossenschaftlicher Unternehmungen und Vermarktungsmöglichkeiten, Beratungseinrichtungen für Frauen in persönlichen Notlagen und bei häuslicher Gewalt.

Im Anschluss wurde in kleiner Gesprächsrunde noch der Einfluss der Religion auf die Frauenbewegung angesprochen. Sie spielt innerhalb der Frauenbewegung keine Rolle. Entscheidender ist das traditionelle patriarchale Familienbild, das in der Gesellschaft sowohl in christlichen wie in muslimischen Familien die Verwirklichung der Frauenrechte beeinträchtigt.

Es war für alle Teilnehmer- innen beeindruckend, wie selbstbewusst, realistisch, zupackend und erfolgsorientiert diese palästinensischen Frauen an der Stärkung der Gleichstellung der Frauen in Palästina arbeiten und dabei eingebunden sind in den nationalen Widerstand gegen die Besatzung. Die allgegenwärtige tägliche und nächtliche Verunsicherung durch Übergriffe der Besatzungsmacht verstärkt die Bindung der Frauen ans Haus, fördert den Zusammenhalt und damit aber auch die Abhängigkeit von der Großfamilie.

Durch die faktische Unterstützung der Besatzung durch den Westen erscheint vielen in der Gesellschaft die Forderung nach Verwirklichung der universalen Menschenrechte unglaubwürdig. Das verstärkt die Tendenz zur Rückbesinnung auf die traditionalen Werte und Familienstrukturen und belastet den Kampf der Frauen um Gleichberechtigung.

Die Entscheidung, aktive Frauen aus der palästinensischen Frauenbewegung trotz aller logistischen und finanziellen Hürden einzuladen, war richtig und gab dieser Tagung ihren eigentlichen Wert. Bei aller Wertschätzung internationaler und deutscher Expertinnen für die Informationsvermittlung macht es einen großen Unterschied, Persönlichkeiten zu begegnen, die einen lebenslangen bzw. jahrelangen Kampf für Frauenrechte in ihrem Land von innen heraus führen und sich dabei unter den erschwerten Bedingungen einer ausländischen Besatzung durchsetzen müssen.

Weiterführende, vertiefende Kontakte der Palestinian Working Woman Society for Development (PWWSD) mit Menschenrechtsgruppen, Organisationen gegen Gewalt gegen Frauen und Gewerkschaften zum Erfahrungsaustausch sind denkbar. Darüber hinaus wäre eine Möglichkeit der Unterstützung, Vermarktungsmöglichkeiten für Produkte aus den Frauenkooperativen zu schaffen.

 

 

DIENSTAG, 08.03.bis 15.03.
Kino im Künstlerhaus Hannover

PALÄSTINA FILMTAGE

„WALAA!“ Dokumentarfilm über die Fußballerin Walaa Hussein, Regie Noemi Schneider, 2013

„OMAR“ Einführung und anschließendes Gespräch mit Irit Neidhard Spielfilm über das Thema Kollaboration, Regie Hany Abu-Assad, Palästina 2013

„GIRAFFADA“ Spielfilm von Rani Massalha, Palästina/Frankreich/Deutschland,

Die drei Filme, die im Kommunalen Kino im regulären Märzprogramm gezeigt wurden, repräsentierten sehr unterschiedliche Genres. Der Dokumentarfilm „Walaa“, der am Internationalen Frauentag lief, veranschaulichte sehr eindrücklich das persönliche und politische Spannungsfeld, in dem sich die Fußballspielerin Walaa bewegt, bei ihren täglichen Fahrten zwischen dem Wohnort in Israel und den Sportstätten in der Westbank oder bei ihrem Rollenwechsel von der durchsetzungsstarken Fußballerin auf dem Spielfeld und der Tochter im Kreis der muslimischen Familie. (vgl. Lesung am 23.02.)

Der palästinensische Spielfilm „Omar“, der auch international Beachtung fand, z.B. in Cannes 2013, wurde von der Referentin des Filmseminars Irit Neidhardt in das palästinensische Filmschaffen eingeordnet. Er erzählt die Geschichte eines Palästinensers, der an einem Attentat auf israelische Soldaten beteiligt ist, in israelischer Haft zum Kollaborateur wird, jeglichen Rückhalt in seinem Umfeld verliert und in immer neue Verstrickungen gerät. In der anschließenden Diskussion kam es zu sehr kontroversen Urteilen über die Zeichnung der Hauptfigur und die schwer erträglichen Folterszenen.

Der Spielfilm „Giraffada“ gibt mit zuweilen heiterem, zuweilen traurigem Grundton Einblicke in die Lebensrealität unter der Besatzung. Er zeigt, wie kindliche Entschlossenheit und Phantasie die abriegelnde Mauer ignoriert und dadurch die Erwachsenen zu der äußerst riskanten „Entführung“ einer Giraffe von Israel nach Palästina antreibt – was nicht folgenlos bleibt.

 

SAMSTAG, 12.03.
Hofsaal des Künstlerhauses Hannover

FILMSEMINAR
PALÄSTINENSISCHES KINO: SELBSTÄNDIG? UNABHÄNGIG?

Das Filmschaffen der PLO. Unter Leitung von Irit Neidhard

Einblick in die Geschichte des Filmschaffens in Palästina anhand von Filmbeispielen.

Irit Neidhart lebt in Berlin und betreibt einen Filmverleih (middle east cinemas). Gegenwärtig forscht sie über Filmzusammenarbeit zwischen der PLO (Palestine Liberation Organization) und den beiden deutschen Staaten. Überraschend ist, dass die beiden deutschen Staaten die wichtigsten Filmpartner der PLO waren. Sie wird darüber ein Buch schreiben.
Man kann drei Ebenen der Zusammenarbeit zwischen den beiden deutschen Staaten unterscheiden:

  • Erstens die Zusammenarbeit auf vertraglicher Ebene mit der DDR
  • Zweitens die Zusammenarbeit mit       der BRD
  • Drittens gab es westdeutsche Filmemacher, die für die PLO inkognito in Israel drehten und deren Arbeiten in der DDR ausgewertet wurden.

Die Filme wurden von der PLO „abgenommen“, das heißt zensiert. Von der PLO unabhängige palästinensische Filme entstanden erst seit den 80er Jahren.
Interessant ist, dass die PLO-Filme im Bundesfilmarchiv lagern, wobei man im Moment dabei ist, die Filme aus dem Archiv zu digitalisieren und sie dann nach Ramallah zu transferieren, um auch dort das palästinensische Filmerbe zu erhalten und zugänglich zu machen.
Irit Neidhardt ging kurz auf die Geschichte der PLO ein, um auf dem Hintergrund der historischen Einbettung die Filme besser interpretieren zu können.
Die Organisation wurde 1964 von der Arabischen Liga gegründet, zwei Jahre nach  Entstehung der Fatah, die Ende der 60er Jahre die PLO übernahm. Es wurden dann auch Zeitungen herausgegeben und Radiosender betrieben, sogar mehrsprachig. Die einzelnen Fraktionen der Dachorganisation PLO betrieben eigene Medien, wobei sich die Diskurse in den arabischen und europäischen Medien unterschieden.
Die PLO finanzierte auch ausländischen Kulturschaffenden ihr Leben in Palästina.
Die ersten deutsch-palästinensischen Kontakte entstanden in der BRD, weil viele junge Leute als Studenten und Studentinnen dorthin gingen. Erst später kam auch ein Studium in der DDR in Frage. Der Umbruch in den Beziehungen kam vor allem nach 1972: Als Folge der Attentate während der Olympiade in München 1972 wurde u.a. die GUPS (Generalunion palästinensischer Studenten) verboten. Hinzu kam, dass die DDR nach 1972 in verstärktem Maße weltweit diplomatisch anerkannt wurde. Beide Faktoren hatten zur Folge, dass palästinensische Studierende verstärkt in die DDR gingen, um dort zu studieren bzw. ihr Studium fortzusetzen, vor allem auch, da sie schon der deutschen Sprache mächtig waren. Wichtig war außerdem, dass sich die palästinensischen Studierenden – als Ausländer in der DDR mit einem Fremdenpass ausgestattet – unbehelligt in Europa und zwischen den beiden deutschen Staaten bewegen konnten.
Als Beispiele der Zusammenarbeit auf den oben angeführten unterschiedlichen Ebenen wurden Ausschnitte gezeigt aus den Filmen:

  • Geboren in Palästina von Rafiq Hajjar, PLO/ DDR 1975
  • Intifada – Auf dem Weg nach Palästina von Robert Krieg, BRD 1989
  • Warum? von Monica Maurer, Paläst. Roter Halbmond/BRD 1982
  • Die Kinder Palästinas, Kurt Tetzlaff, DEFA,DDR 1981
  • Schatila – Auf dem Weg nach Palästina, Medienwerkstatt Freiburg, BRD 1988

 

 

PALÄSTINA THEATERTAGE

MITTWOCH, 13.04.
Theaterwerkstatt im Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile

„48 MINUTES FOR PALESTINE“
AUFFÜHRUNG DES „ASHTAR THEATRE“ AUS RAMALLAH

Das Drama ohne Worte, das nur mit den Körpern und originaler Musik spielt, erzählt von einer Frau und einem Mann, die gegen ihren Willen zusammenleben. Anschließendes Gespräch mit dem Publikum.

 

DONNERSTAG, 14.04.
Theaterwerkstatt im Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile

„THE NEW GAZA MONOLOGUES“

„THE SYRIAN MONOLOGUES“

Die Gaza Monologe wurden von Schülern aus Gaza während des Gaza- Krieges 2008-2009 in Werkstätten des Ashtar Theatre verfasst und im Oktober 2010 uraufgeführt. Sie fanden weltweit Interesse, u. a. bei einer Aufführung in 14 Sprachen vor der UN -Vollversammlung. Nun hat das Ashtar Theatre mit jungen Menschen neue Monologe über ihre heutigen Erfahrungen geschrieben, die jetzt erstmals in Deutschland aufgeführt wurden.

In Workshops in Flüchtlingscamps im Jordanien haben Syrer ihre Monologe verfasst, die hier ebenfalls erstmals vorgetragen wurden.

Anschließendes Gespräch mit dem Publikum.

 

FREITAG, 15.04.
Theaterwerkstatt im Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile

DISKUSSION
THEATER IN DER PALÄSTINENSISCHEN GESELLSCHAFT

Teilnehmer des Plenums:

  • Klaus Hoffmann, Hannover, Theaterwissenschaftler, Vorsitzender des Arbeitskreises Kirche und Theater in der EKD, Ehrenvorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater e.V.
  • Iman Aoun, Jerusalem, Ramallah, künstlerische Leiterin des Ashtar Theatre
  • Prof. Florian Vaßen, Hannover, Hochschullehrer, Leibniz-Universität Hannover, Germanist, Theaterpädagoge, Theaterwissenschaftler
  • Andreas Poppe, Osnabrück, Lingen, Hochschullehrer, Osnabrück, Institut für Theaterpädagogik Lingen, Theaterwissenschaftler
  • Prof. Caroline Y. Robertson-von Trotha, Direktorin, Karlsruher Institut für Technologie, Zentrum für angewandte Kulturwissenschaft und Studium Generale, Koordinierungsstelle des Deutschen Netzwerks der Anna-Lindh-Stiftung

Dr. Wortmann bedankte sich bei allen Mitwirkenden – Schauspielerinnen, Schauspielern, Organisatoren, Wissenschaftlern und Unterstützern sehr nachdrücklich dafür, dass es in dieser FILISTINA gelungen ist, palästinensisches Theaterschaffen in das Programm nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch, handlungsorientiert voll einzubeziehen.

Besonders beeindruckt habe ihn, dass hier die Stücke nicht nur er-funden, sondern so intensiv und existentiell em-pfunden worden sind. Theater ist eben Leben und Leben ist Theater.

Er ermutigte alle Beteiligten, im Sinne des berühmten Wortes von Martin Buber:

weiter und zusammen zu wirken:

Alles wirkliche Leben ist Begegnung

E-Mail aus Ramallah:

At ASHTAR we look at theatre as a tool to free our society, ignite awareness,    create internal individual freedom, and invest in culture as a generator for   social change and political liberation.

 

Dear Dr. Wortmann,

In the name of ASHTAR Theatre and the team, I would like to thank you for having us in the Filistina Festival. We were very happy to perform for the audience in Hanover and would love to stay in contact and see you in the future with other works. Inshallah.

Best Regards, Iman Aoun

Artistic Director ASHTAR Theatre Ramallah – Palestine

ASHTAR Theatre is a non-profit NGO, founded in 1991 in Jerusalem, with a scope of work that covers the West Bank and Gaza Strip

 

 

 

FREITAG, 15.04./ SAMSTAG, 16.04.
Theaterwerkstatt im Kulturzentrum Pavillon

THEATRE OF OPPRESSED
THEATERARBEIT IN FLÜCHTLINGSCAMPS

Die Mitglieder des Ashtar Theatre erprobten mit den Teilnehmern der Workshops die Methode des Theaterpädagogen Augusto Boal, das „Theater der Unterdrückten“. Diese Methode ist besonders für die Arbeit mit Jugendlichen geeignet, weil sie jedem eine eigene Stimme gibt, die Behandlung schwieriger Themen auf der Bühne ermöglicht und einlädt zu Reflexion und Selbstkritik. Das Theaterteam stellte auch seine Arbeit in

Flüchtlingscamps in Jordanien vor und berichtete über seine Erfahrungen. Flüchtlinge waren herzlich zur Teilnahme eingeladen. Arbeitssprache in den Workshops Deutsch, Englisch und Arabisch.

Veranstalter: Arbeitskreis Kirche und Theater in der Evangelischen Kirche in Deutschland, Institut für Theaterpädagogik Lingen der Hochschule Osnabrück, Bundesarbeitsgemeinschaft Spiel und Theater, Theaterwerkstatt Hannover, Anna-Lindh-Stiftung, Palästina Initiative Region Hannover.

 

Professor Vaßen und Klaus Hoffmann haben zum Thema „Theaterarbeit als Selbsttätigkeit und Selbstverständigung“ im Kontext des Palästinensisch-Deutschen Dialogs einen aufschlußreichen Artikel verfasst, welchen sie hier Herunterladen können.

 

 

 

FREITAG, 22.04.
Theater in der List, Spichernstr. 13

ABSCHLUSSKONZERT

SAMIR MANSOUR & LAYALINA

Der Musiker und Komponist Samir Mansour spielt mit seinem Ensemble „Layalina“ traditionelle und moderne arabische Musik und eigene Kompositionen. „Auf der Bühne sehen und hören Sie heute Abend drei Musiker aus vier Ländern“, so leitete er seine Begrüßung im ausverkauften Theater in der List ein. Die polnische Percussionistin, der deutsche Klarinettist und Samir Mansour, syrischer Oudspieler mit palästinensischen Wurzeln, begeisterten das Publikum mit ihrer Musik. Besondere Freude erzeugte das Ensemble bei der anwesenden Gruppe von Flüchtlingen mit einem bekannten arabischen Volkslied, das klatschend und singend begleitet wurde.

Mit diesem stimmungsvollen musikalischen Brückenschlag zwischen Orient und Okzident fand die FILISTINA 2016 einen fröhlichen Ausklang.

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Ein Fazit zur FILISTINA

Die Palästina Initiative Region Hannover hat die FILISTINA seit 2002 bereits zum siebten Mal durchgeführt und dabei stets unterschiedliche thematische Schwerpunkte und Veranstaltungsformate gewählt.

Die diesjährige Ausrichtung der FILISTINA auf das kulturelle Leben in Palästina hat durch die großzügige Unterstützung etlicher Förderer und die Zusammenarbeit mit sehr unterschiedlichen Kooperationspartnern das angestrebte Ziel voll erfüllt.

Einem interessierten Publikum konnten wir vielfältige Einblicke und aktuelle Perspektiven in die vitale palästinensische Kulturszene bieten und dem überwiegend von Gewalt geprägten medialen Bild entgegenstellen.

Die Resonanz auf alle Veranstaltungen war geprägt von großem Interesse und der Bereitschaft zum offenen Dialog.

Der Verlauf der FILISTINA 2016 bestärkt die ehrenamtlich tätigen Mitglieder der Palästina Initiative, in ihrem langjährigen Engagement fortzufahren und die neu gewonnen Kontakte und Ideen für die weitere Arbeit zu nutzen.

 

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Danksagung an die Förderer und Unterstützer

Kulturbüro der Landeshauptstadt Hannover

Kulturförderung der Region Hannover

Hanss-Lilje- Stiftung

Kirchlicher Entwicklungsdienst der Ev.-Luth. Landeskirche

Stiftung Leben & Umwelt Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen,

Heinrich-Böll-Stiftung Palestine & Jordan, Ramallah,

Bündnis 90/ Die Grünen

Dr. Buhmann Stiftung für interreligiöse Verständigung

Künstlerhaus Hannover

kargah e. V.

Kommunales Kino

Stadtbibliothek Hannover

Hannover 96

Konzertlokal KANAPEE

Theaterwerkstatt im Kulturzentrum Pavillon

Arbeitskreis Kirche und Theater in der EKD

Theater in der List

Apostelkirche

Palästinensischer Ärzte und Apotheker Verein Niedersachsen

Deutsch-Palästinensische Gesellschaft

NAJDEH e.V. Soziale Hilfsorganisation für Palästinenser

 

 

Impressum

Dr. Wilhelm Wortmann, Sprecher der Palästina Initiative Region Hannover:
An der Krumbeeke 15, 30890 Barsinghausen
E-Mail: Wortmannw@t-online.de // www.palaestina-initiative.de

 

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